Die Sprache des Aloha
„Der Hula hat mich großgezogen“, sagt Brandy Serikaku, eine gebürtige hawaiianische Hula-Tänzerin, Surferin, Künstlerin und Designerin sowie leidenschaftliche Verfechterin des ‚ōlelo Hawai‘i (der gesprochenen hawaiianischen Sprache). „Ich gehörte zu diesem Hālau, zu dieser Familie, und sie haben mir die Welt gezeigt. Der Hula ist für mich wirklich der Anfang von allem. Durch ihn bin ich zur hawaiianischen Sprache gekommen und konnte reisen.“
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Brandy wuchs in Hilo auf und hatte das Glück, in einer unterstützenden Gemeinschaft mit starken Wurzeln in der hawaiianischen Kultur aufzuwachsen. Beim Tanzen im Hālau unter den wachsamen Augen ihres Kumu und der Tanten, die mit halfen, ging Brandys Ausbildung weit über das Auswendiglernen von Tanzchoreografien für Aufführungen hinaus. Hula war eine direkte Verbindung zu Brandys Kultur, ihren Vorfahren und zur ‚Āina. Die hawaiianischen Lieder und Gesänge führten sie an wichtige Persönlichkeiten der hawaiianischen Geschichte heran, an die einheimische Flora, Fauna und Meereswelt sowie an die wunderschönen Orte auf Hawaii, die alle ihre ganz eigenen Geschichten erzählen. Sie lernte, was Aloha bedeutet, wie man nach dem Prinzip des Aloha lebt und wie man sich im Leben mit Demut, Liebe und selbstlosem Teilen zum Wohle der Gemeinschaft verhält. Darüber hinaus war Hula ihr Tor zur hawaiianischen Sprache und damit eine direkte Verbindung zu ihrem kulturellen Erbe.
Brandy ist ganz offen und stolz ein Produkt der ‚āina, des Hula, ihrer Familie und ihrer erweiterten ‚ohana. Heute ist Brandy Mutter von drei wunderschönen Töchtern und genießt es, wie sich ihre verschiedenen Gemeinschaften in einer kleinen Stadt wie Hilo überschneiden. Ob sie nun beim Surfen in Honoli‘i auf Hula-Freunde trifft oder sich mit anderen Eltern aus der hawaiianischen Immersionsschule ihrer Töchter austauscht – alle unterstützen sich gegenseitig so gut sie können, teilen Essen, positive Energie und Aloha, während sie gemeinsam dafür sorgen, dass alle sicher bleiben und den Kūpuna in der Gemeinschaft helfen.
„Mein Vater war Landwirt. Er liebte diese Verbindung, und ich habe gesehen, wie er von dem Land profitierte und wie es für uns sorgte“, sagt Brandy. „Ich hatte das Gefühl, dass das Erlernen von ‚ōlelo Hawai‘i meine Verbindung zum Land und mein Verständnis für meine Umgebung stärken würde . Als Hawaiianerin gab mir die Geburt meiner Töchter eine andere Perspektive, ein Gefühl der Zugehörigkeit und Verantwortung gegenüber dem Land. Ich wollte die hawaiianische Sprache weitergeben, damit sie dieses Wissen haben. Mit ‚olelo können sie in diese alten Wissensquellen eintauchen und ihre eigenen Verbindungen herstellen.“
Brandy ist stets fröhlich. Sie lacht, wenn sie spricht. Sie lächelt, wenn sie nachdenkt. Ihre positive Lebenseinstellung und die Herzlichkeit ihres „Aloha“ sind ansteckend. „Meine Rolle in der Gemeinschaft ist die einer Hawaiianerin – aufgrund der Perspektive, die mir mein ‚ōlelo Hawai‘i vermittelt, der Art und Weise, wie ich Dinge bewusst angehe, und der Idee des Zurückgebens und der Gegenseitigkeit“, sagt Brandy.
Brandy verbindet diese mitreißende Lebensfreude und ihr Engagement für die Gemeinschaft mit ihrem traditionellen Wissen über die Natur Hawaiis, um wunderschöne, ortsspezifische Kunst zu schaffen, die mit Bildern und Symbolen Geschichten erzählt und mit Farben Lieder singt. Sie hat gemeinsam mit Sig Zane, einem der angesehensten einheimischen hawaiianischen Modedesigner des „Aloha-Staates“, Drucke entworfen und Wandgemälde geschaffen, die die Geschichte der ‚ōhi‘a-lehua-Blüte erzählen.
„Ich beschäftige mich in letzter Zeit viel mit Orts- und Regennamen“, erzählt Brandy und gibt einen Einblick in ihre aktuellen kreativen Projekte. „In der hawaiianischen Sprache kann ein Wort so viele Bedeutungen haben. Das ist die kreative Herausforderung, die ich liebe – diese Bedeutungen in visuelle Werke zu übersetzen. Ich habe mich sehr von ‚Kanilehua‘ inspirieren lassen, das ist der Regen von Hilo. Es ist auch der Name des Hālau, für das ich tanze, daher habe ich eine besondere Verbindung zu diesem Namen. Die Wandgemälde, die ich in Hilo geschaffen habe, stehen für diesen Namen, ebenso wie die Designarbeiten, die ich für OluKai entworfen habe.“
Für Brandy ist das Leben nach dem Aloha-Prinzip die Grundlage ihrer Weltanschauung und ihres Lebenswerks. „Ich wünsche mir, dass jeder diesen Lebensstil pflegt – bewusst zu leben und über jede unserer Handlungen nachzudenken, wie sie sich auf die nächste Generation auswirkt und wie wir damit unsere Kūpuna ehren. Hawaii ist so einzigartig, aber man kann diese Einstellung und diesen Lebensstil auch zu Hause leben, wo auch immer das sein mag, und diese Verbindung sollte wichtig sein, denn sie nährt einen – spirituell, geistig und körperlich.“