Manche Menschen können einfach nicht stillsitzen – was aber keineswegs etwas Schlechtes ist. Nehmen wir zum Beispiel Mariko Strickland Lum, die auf der „Garteninsel“ Kaua‘i aufgewachsen ist, wo sie in den warmen Gewässern surfte, den Spuren der Wildschweine durch die Berge folgte und sich Früchte von jeder Liliko‘i-Rebe pflückte, die sie sah. Nach dem Highschool-Abschluss spielte sie College-Fußball und anschließend semiprofessionell in Kalifornien, bevor sie in ihre Heimat zurückkehrte, um ihr Talent als professionelle Stand-up-Paddle-Boarderin zu entdecken. Mariko war dazu bestimmt, zum Meer zurückzukehren.
Bei einer kürzlich durchgeführten Strandreinigungsaktion auf O‘ahu haben wir Mariko um Rat gefragt, wie wir unsere Küsten pflegen und ein „pono“-Leben führen können, um diese besonderen Orte auch weiterhin genießen zu können.
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Was liebst du am Meer am meisten?
Ich glaube, ich bin schon seit meiner Kindheit in das Meerverliebt – einfach, weil ich in Hawaii und vor allem auf Kaua‘i aufgewachsen bin. Jetzt, als Erwachsener, versuche ich mein Bestes, fast jeden Tag ins Wasser zu gehen, sei es zum Paddeln, Surfen oder einfach nur zum Schwimmen. Selbst wenn ich nur kurz reinspringe, um mich zu erfrischen, weißt du? Oft reicht schon der Anblick des Ozeans, um die Seele zur Ruhe kommen zu lassen. In der Nähe des Ozeans zu sein und seinen Duft zu riechen – ja, er ist ein ganz besonderer Ort für mich, ebenso wie für viele andere Menschen, die in Hawaii aufgewachsen sind, hierhergekommen sind oder sogar hierher gezogen sind. Ich habe das Gefühl, dass wir eine große Verantwortung haben, uns um ihn zu kümmern, weil er sich um uns kümmert. Wie ich schon sagte, ist er mein Ort des Glücks, der mich wiederbelebt, also habe ich eine „Kuleana“ [Verantwortung], „Mālama“ zu praktizieren, also für unsere Ozeane zu sorgen.
Ist das der Grund, warum du dich nicht nur im Meer aktiv engagierst, sondern dich auch für dessen Schutz und die Sauberkeit der Strände einsetzt?
Auf jeden Fall. Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Konsumverhalten ändern können. Es ist genau wie damals, als wir in Hawaii die Verwendung von Plastiktüten verboten haben. Am Anfang war es eine Umstellung, aber dann gewöhnt man sich einfach daran. Man fängt an, seine eigene Tragetasche mitzubringen. Ich meine, ich erinnere mich noch daran, dass wir vor Jahren noch keine dieser schicken Hydro-Flaschen hatten, weißt du, und jetzt kann ich mir meinen Tag ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Wenn ich sie vergesse, bin ich ziemlich genervt, weil ich dann den ganzen Tag Durst habe oder ständig nach einem Trinkbrunnen suche. Aber zurück zum Meer: Strandreinigungen sind zwar toll, aber sie sind nicht die Lösung, um das Problem zu beenden. Wir müssen proaktiver handeln statt nur zu reagieren. Wir können in unserem Leben und unserem Alltag Dinge tun, um die globalen Muster zu verändern. Der Verzicht auf Einwegplastik ist dabei definitiv ein wichtiger Schritt.
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Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, im und am Meer „pono“ zu handeln?
Ich bin eine große Verfechterin von Strandreinigungsaktionen, aber ich glaube, dass die wirkliche Veränderung in unserem täglichen Lebensstil stattfindet. Es geht darum, in unserem Alltag immer wieder Fragen zu stellen: Kaufen wir Gemüse, das in Plastik verpackt ist? Nehmen wir jeden Tag eine wiederverwendbare Wasserflasche mit oder verwenden wir sie, anstatt Plastikflaschen zu benutzen? Reisen wir außerdem mit wiederverwendbarem Besteck, einer Stofftasche und all den Dingen, die dazu beitragen, auf Einwegplastik zu verzichten? Der Anbau eigener Lebensmittel ist ebenfalls eine großartige Möglichkeit, den Plastikverbrauch zu reduzieren. Mein Mann Kainoa ist Fischer, daher fangen wir unseren eigenen Fisch und kaufen Fleisch bei unserem lokalen Metzger – das hilft nicht nur, Verpackungsmüll zu vermeiden, sondern spart auch fossile Brennstoffe, die beim Transport von Lebensmitteln auf die Inseln verbraucht würden.
Bildung ist der Schlüssel. Informiert euch über problematische Produkte und Lösungen, wie zum Beispiel Plastikzahnbürsten. Man sieht viele davon an den Stränden angespült, dabei gibt es nachhaltigere Bambuszahnbürsten, die wir verwenden können. Wir haben über Spielzeug gesprochen, wisst ihr, und darüber, wie viel Plastikspielzeug es gibt. Doch bei Kindern hält das Interesse an diesem Spielzeug vielleicht zwei Minuten an, und dann haben sie schon wieder die Nase voll [lacht]. Wenn wir also Spielzeug kaufen, das nicht aus Plastik besteht, tragen wir damit auch zum Schutz unserer Strände bei. Klar, am Ende ist es vielleicht ein bisschen schwieriger, aber wenn man diese Alternativen anstelle von Plastik nutzt, hilft das letztendlich unserer gesamten Gesellschaft und der globalen Umwelt. Ich bin nicht perfekt, aber ich gebe mein Bestes, um bewusster darauf zu achten, meinen ökologischen Fußabdruck zu verringern, und gemeinsam können wir uns gegenseitig inspirieren, um echte Veränderungen zu bewirken.
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